Poke in aller Munde - Streetfood-Hype erreicht Münster

November 27, 2018

(Erschienen im Stadtgeflüster Interviewmagazin

 

Aloha POKE gibt's jetzt auch in Münster.

Hier ein tolles Interview mit unseren "POKE MEN" Jan & Thomas.

Jan, dich kennt man bisher als den Mann, der weltweit millionenschwere Autoikonen sammelt, wenn er nicht gerade in Nizza am Strand rumrennt. Thomas, du bist bekannt als der Münsteraner Clubtycoon. Nun steckt ihr all eure Millionen in ein Restaurant … Ich nahm an, ihr dreht durch, aber nachdem ich probiert habe, muss ich sagen: Aloha – oder besser: Chapeau, macht süchtig!

 

Jan (Lacht): Das eine sind Autos, das andere Sandkörner. Nun eben Essen. Irgendwo muss die Kohle hin. Aber im Ernst, Danke schön fürs Kompliment!

 

Und was für eins! Als ihr mir vor einiger Zeit erzählt habt, dass ihr in Münster Poke anbieten werdet, dachte ich: Keine Chance – Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich.

 

Thomas: Es ist zwar noch Underground, aber ich glaube, du unterschätzt die Münsteraner. So unbekannt ist Poke nämlich nicht. Die geht durch die Decke, ein weltweiter Trend, selbst an Straßenständen in Südafrika gibt es die, in den USA sowieso, Kalifornien, Los Angeles, Miami.

 

Jan: Auch in Europa, sei es auf Ibiza, in München und nun Münster.

 

Thomas: Gute Sachen überzeugen, auch hier. Und wir haben sehr gute…

 

Beim Googeln kam Fischsalat raus – beim Probieren Begeisterung.

 

Jan (schüttelt resigniert den Kopf): Man sollte echt nichts mehr googeln.

 

Thomas: Das ist eben kein Fischsalat.

 

Jan: … was auch ein fürchterlich hässlicher Ausdruck dafür wäre. Klingt wie so ein typisches Ostseeprodukt…

 

Thomas: … nicht nach einem richtigen Essen. Unsere Poke ist eine vollwertige Mahlzeit.

 

Jan: Aber keine, die dich danach in ein Loch fallen lässt, sie ist extrem hochwertig. Bei den Zutaten, die wir – vor deinen Augen – verwenden, kommt hinzu, das ist auch ein extrem fairer Preis.

 

Knapp neun Euro, soviel wie ´ne Pizza.

 

Thomas: Ja, aber für deinen Körper und deinen Geist bei Weitem besser, ´ne ganz andere Nummer als eine Pizza.

 

Aber die Tomaten sind kleiner. Ehrlich gesagt habe ich noch nie so winzige Tomaten gesehen, sind die deswegen umso teurer? Is´ ja oft so…

 

Jan: Extrem teuer, die haben den Kilopreis eines Rinderfilets. Um die vierzig Euro.

 

Bei dem Preis, der Qualität und dem Geschmack kommt bestimmt bald noch jemand auf die Idee, einen Poke-Laden zu eröffnen. Habt ihr davor Angst?

 

Thomas: Es kommen bestimmt noch andere, die sich Poke auf die Fahnen schreiben, vielleicht sogar große Ketten.
 

Große Ketten. Stell ich mir schwierig vor.


Thomas: Das wäre auch schwierig. Darum haben wir keine Angst; zunächst, weil wir die ersten sind, aber vor allem wegen der Qualität. Wenn du die jeden Tag so hoch hältst wie wir, kannst du nicht noch Hamburger, Pommes oder Pizza verkaufen.

Was tut der, der keinen Fisch mag?
 

Jan: Unser Poke gibt es auch mit Truthahn oder Tofu, aber natürlich können wir auch voll vegan bedienen.


Ach, hätte ich das gewusst, ich stehe nämlich nicht so auf Fisch – eigentlich. Bis ich den hier gegessen habe. Wo kommt der her?
 

Jan: Da ist uns die Nachhaltigkeit wichtig. Wir haben uns inzwischen viel damit auseinandergesetzt. Es ist faszinierend, wenn man sieht, was es für gute Möglichkeiten gibt, mit Fisch umzugehen. Da sind wir ganz vorne mit dabei. Zum Beispiel unser Thunfisch, der ist ja vom Aussterben bedroht. Darum bieten wir einen an, der nicht mit Netzen gefangen wird, sondern klassisch mit einer Angel.


So wie man sich das vorstellt – ein einsamer Angler auf einem kleinen Boot angelt den Thunfisch, den wir gerade gegessen haben … wo denn?


Jan: Im Westpazifik und im Westindischen Ozean.


Und der Lachs?


Jan: Der stammt aus EU-Aquakulturen in Norwegen. Der wird sehr lange herangezogen, dieser hier ist minimum ein Jahr alt! Und unsere Garnelen kommen natürlich auch nicht aus irgendwelchen Antibiotikazuchten – bei uns ist alles voll zertifziert.


Ihr legt viel Wert auf einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck mit eurem Laden – wie passen da die Plastikdeckel, die man bekommt, wenn man die Poke mit nach Hause nimmt?


Thomas: Ganz einfach, indem wir keine Plastikdeckel nehmen, sondern welche aus dem Biokunststoff PLA.
 

Jan: Sieht aus wie ordinäres, normales Plastik, aber dann…


Aber dann die Gabeln.
 

Jan: Die sind aus Holz!


Dann habt ihr vermutlich keine Mülleimer hier, oder?


Thomas: Wir brauchen schon auch für recycelbares Material die entsprechenden Eimer. Aber es ist in der Tat so, dass hier alles abbaubar ist. Sogar bei den Getränken, da servieren wir ausschließlich aus Glasflaschen, wir möchten nichts wegwerfen.


Die Flaschen dort im Regal sehen toll aus. Bier von Hawai?


Jan: Ja, die sind wirklich schön und schmecken sogar richtig gut. Die sind von der hawaiianischen Brauerei Kona, ein Lager, ein Ale, und ein IPA. Die bieten wir für drei Euro zehn an. Das kommt per Schiff.


Thomas: Es gibt natürlich generell viele tolle Biere, aber diese hier passen wunderbar zur Poke. Wir überlegen, ob wir noch Kokuswasser reinnehmen. Nicht zuletzt haben wir übrigens einen sehr guten Wein; eine Kooperation mit einem Österreichischen Weingut, dort werden extra für uns Aloha-Weine abgefüllt, Aloha-Weiß, Rosé und Rot.

 

Gehen wir mal weg von der Poke, kommen wir zu euch. Thomas, du hast schon mit so einigen Partnern Clubs und Restaurants gegründet, wie ist dein neuer Partner, wie ist es mit Jan?


Thomas: Jan ist super. die Chemie stimmt. Der ganze Plan ist ja auf seinem Mist gewachsen, er kam damit zu mir.
 

Jan, der Laden war deine Idee?


Jan: Aloha Poke ist ein Franchise. Ein Freund von mir hat sich vor ein paar Jahren eine Auszeit genommen und ist mit seiner Familie durch Amerika gereist, aber dann schnell und ziemlich lange auf Hawaii hängengeblieben. Dort hat er Poke kennen- und lieben gelernt, das hawaiianische Nationalgericht.

 

Thomas: Die auf Hawaii ist allerdings etwas anders aufgebaut, wesentlich fischlastiger, im Grunde eine Riesenportion roher Fisch mit Reis und Toppings.


Klingt eher asiatisch.


Jan: Poke kommt ursprünglich von den hawaiianischen Fischern, die hingegangen sind, den Fang des Tages direkt vor Ort in mundgerechte Stücke geschnitten haben, und dann ihre Toppings je nach Gusto oder Möglichkeiten mitgebracht haben.


Wie ging es mit deinem Freund weiter, der auf Hawaii hängenblieb?


Jan: Der kam irgendwann doch wieder zurück. Und hat dann in München ein kleines Start-Up gegründet namens Aloha Poke.
 

Wo du sie dann probieren konntest?


Jan: Genau. Und es ging mir wie dir, ich war begeistert. Da ich schon länger Lust hatte, etwas Gastronomisches zu gründen, aber keine passende Idee fand, wusste ich, das ist es. Dann habe ich mir überlegt, mit wem ich das in Münster umsetzen könnte und meine erste Wahl war Thomas (Pieper).


Weil ihr beide einen ähnlichen Geschmack habt?


Jan: Ich bin ja bisher nur als Gast rumgekommen, darum brauchte ich einen Partner aus der Gastronomie. Da war Thomas für mich die richtige Entscheidung.


Thomas: Ja, das sehe ich auch so. Wir kennen uns zwar recht lange, aber nicht so supergut. Inzwischen haben wir uns aber sehr gut kennengelernt, hatten schon viele schöne Gespräche zusammen, haben gemerkt, wir sind auf einem ähnlichen Level, fassen die Dinge ähnlich an.


Habt ihr Leute, die euch den Erfolg nicht gönnen?


Thomas (Lacht): Wenn du auf meine Partner anspielst, nein, die sind ganz entspannt. Aber jetzt, wo du es sagst, letzte Woche hatten wir drei, vier Kritiken, die sagten, dass hier so unfreundlich bedient worden sei … Das kann ich mir aber nicht vorstellen. Klar kann mal jemand einen schlechten Tag haben, aber so? Nun ja, aber das ist jetzt Kaffeesatzleserei…


Das war vermutlich Pitti. Der wohnt ja hier ganz in der Nähe und hat sich Poke zum Mitnehmen holen wollen.


Thomas: (Lacht)


Jan: Das Essen ist perfekt, um es mit nach Hause oder ins Büro zu nehmen. Du hast absolut keinen Qualitätsverlust beim Transport, die Sauce ist separat, die crunchy Toppings ebenso.

Warum macht ihr die Papiertüten nicht knalliger? Dann können die Menschen in der Stadt schon von weitem sehen, dass da wieder jemand Poke transportiert.


Jan: Wenn es unsere Taschen auch in auffälliger gäbe, warum nicht? Aber natürlich muss die Farbe biologisch unbedenklich sein!
 

Thomas: Wir betreiben nämlich auch nachhaltiges Marketing.


Jan: Wir ballern die Leute nicht mit Flyern zu oder plakatieren wild die Gegend voll.


Thomas: Wir möchten das so machen wie mit dir. Du warst vor zwei Wochen zum ersten Mal hier und seitdem öfter – das liegt wohl nicht an einem Flyer, sondern weil es dir geschmeckt hat.


Darauf läuft es am Ende stets hinaus: Egal wie gesund, egal wie nachhaltig, wirklich lecker muss es sein.


Thomas: Eben, und mehr Werbung geht nicht.


Thomas, du machst ja für deine anderen Läden schon massiv Werbung. Ganz schön ungewohnt so, oder?


Thomas: Jan und ich waren natürlich schon nervös am Anfang. Jan ist zum ersten Mal Gastronom und ich kenne es nicht auf diese Weise wie mit Aloha. Bei mir ist immer eher so voll auf die Fresse, wenn ich einen neuen Club aufmache oder ein Restaurant. Da hast du Recht. Das ist nun mal ein anderer Weg. Aber es ist heiß, es funktioniert.


Jan: Apropos heiß: Für die kalten Tage bieten wir nun „Broth“ an!


Was ist das denn?


Jan: Das sind unglaublich gute Brühen. Über zwanzig Stunden am Knochen gekocht, sowohl vom Geflügel als auch vom Rind.


Thomas: Das gibt es in New York an jeder Ecke, darauf freue ich mich sehr! Die werden eine super Ergänzung, sowohl mittags als auch abends. Gerade abends geht ja der Trend auch stark in Richtung Low Carb. Diese ganze Sportbegeisterung, jeder will doch aussehen wie Sylvester Stallone in seinen besten Jahren.


(Lacht) Ich weiß nicht, ob Sylvester Stallone da so ein aktuelles Beispiel ist. Da merkt der Leser nun unser Alter zwischen den Zeilen.
 

Jan: Wer ist denn im Moment so angesagt, hmm…


Thomas: Was ist mit Usain Bolt?


Jan: Ja.


Oder Lance Armstrong?


Jan (schüttelt wieder resigniert den Kopf):
Genau, iss viel Poke, dann siehst du aus wie Jan Ulrich.


War eigentlich schon die Lokalprominenz da?


Jan: Die geht ständig ein und aus, jeden Tag, mit all ihren Influencern. Aus Münster war alles da, was Rang und Namen hat. Fußball: Preußen Münster…


Thomas: Die Basketballer waren auch da.


Bei den Preußen hat’s was gebracht, die haben gewonnen!


Jan: Da haben wir mit Poke die Trendwende gebracht.


Thomas: Habe ich mir noch gar keine Gedanken drüber gemacht.


Wie sieht’s bei den Volleyballern aus?


Jan: Bei den Basketballern, meinst du. Die sind noch länger geworden. Und du offenbar noch kreativer.


Vielen Dank für das Kom-POKE-liment. Zum guten Schluss, Jan, Thomas, Danke schön für eure Zeit, das köstliche Essen. Dürfen wir einen dieser schönen Aloha-Hoodys verlosen und Poke für zwei sich liebende Menschen?
 

Jan und Thomas: Make Poke – not War. Aber gerne doch!

 

◊◊◊

 

 

 

INFO: 

Aloha POKE Münster ist das erste und einzige Pokelokal in Münster. (Anmerkung der Redaktion: und eines der besten überhaupt). Es gibt dort köstliche Poke, seltenes Bier und noch seltener Suppe. Natürlich alles zertifiziert wie es nur geht. Den Laden findet ihr direkt gegenüber von Raphaels Eisdiele in der Hörster Straße, da wo früher dieser Fahrradladen war. Komplett umgebaut und saniert allerdings.

 

 

 

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